20 Uhr: Tatort Kunst (Premiere)

Foto: Michael Steinhauser

Uraufführung von Isabelle McEwen
in Kooperation mit dem Sprechwerk
 
Mit: Rana Farahani, Dirk Achim Dhonau, Andreas Lübbers, Isabelle McEwen, Arne Böge.
Text & Regie: Isabelle McEwen. Dramaturgische Mitarbeit: Andreas Lübbers. Musik: Dirk Achim Dhonau. Kostüm: Annabelle Gotha.

Es ist Nacht. Eine junge Frau, Sara, hatte an dem Abend eine Vernissage in einer Hamburger Galerie besucht. Plötzlich ist sie wieder dort und ihr Blick auf die Dinge ist anders als noch ein paar Stunden zuvor. Vielleicht sind die Dinge selbst anders, die Kunstwelt zeigt jedenfalls ihre Fratze. Sara ist Künstlerin, schon als kleines Kind wollte sie Künstlerin sein, seit einiger Zeit wird sie aber von der Frage geplagt, was die Aufgabe von Kunst sei. „Es gibt Kinder im Jemen, die verhungern, wie kann ich Kunst machen, die diese brutale Realität ignoriert?“, denkt sie. „Man darf die Kunst nicht zu einer Aussage zwingen, egal welche. Für die Kunst ist Politik Gift. Die Kunst will frei sein. Steckst du sie in einen Käfig, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn du hinter den Gittern nichts als einen Hasen entdeckst.“, sagte ihr ein Lehrer. Sara navigiert in ihrem Traum in einer Welt, in der ganz andere Akteure das Wort haben. Dort passieren Dinge, die ihr Angst machen aber über ihre Angst wird nur gelacht: „Wer Kunst machen will und Angst hat, der ist selbst der Hase im Käfig“, sagt ihr ein Mann, den sie auf ihrer Reise trifft. Diese Reise ist auch eine Reise durch die Kunst. Eine ungefährliche Reise ist es übrigens nicht, der Maler Mark Lombardi hat sie seinerzeit nicht überlebt und er ist nicht der einzige.

Zur Performance
Der Text, auf dem die Performance basiert, ist ein innerer Monolog und eine Reise durch die Nacht. Die Protagonistin trifft auf Menschen, die sie gesucht haben. Sie unterhält sich mit ihnen. Sie belauscht aber auch Gespräche zwischen Menschen, die ihre Anwesenheit wenig oder gar nicht wahrnehmen. Die Rede eines Menschen kann sich dabei plötzlich wie durch ein Echo teilen. Sie kann zur Musik werden. Wer spricht, ist nicht immer ganz klar aber wie sollte es klar sein? Es handelt sich um einen Traum, in dem Menschen erscheinen und verschwinden, ohne dass Sara, die Protagonistin, einen Einfluss darauf hätte. Beunruhigend an diesem Traum ist, dass die Dinge, die diese Menschen sagen, sehr real sind.
 
Director’s note
Pablo Picasso sagte: „Die Kunst ist nicht dafür da, unsere Wohnzimmer zu schmücken. Kunst ist eine Waffe gegen den Feind.“ Die Kunst ist von Natur aus auf der Seite der Revolution. Sie ist aber eine Hure, die sich gerne bei der nächstbesten Gelegenheit mit den Mächtigen ins Bett legt. Es war früher so, es ist immer noch so. Man verlässt heute den Raum in dezenter Manier, das ist der einzige Unterschied. Von diesem Widerspruch ist in „Tatort KUNST“ aus verschiedenen Perspektiven die Rede.

Diese Produktion wurde von der Kulturbehörde Hamburg gefördert.
 
Kartenpreise:
VVK: 19,40 €, ermäßigt 12,80 € (incl. VVK-Gebühren)
AK: 21 €, ermäßigt 13,50 €

Fr 01.02.19 (Premiere), Sa 02.02.19
Fr 08.03.19
Fr 22.03., Sa 23.03.19
Mi 01.05.19
Mi 05.06.19
jeweils um 20 Uhr
 

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