von Konstanze Ullmer

Liebe Freunde der Freien Darstellenden Kunst,

gestern habe ich mich aufgeregt.
Wir hatten eine sehr tolle Aufführung von "Iphigenia in Splott" bei uns, und auf Facebook schrieb eine Zuschauerin, das wäre so großartig gewesen, das hätte eigentlich auf die Bühne des Schauspielhauses gehört.
Aha, dachte ich.
Soso.
Damit im Sprechwerk wieder Platz ist für den mediokren Käse, der da hingehört? Oder wie habe ich das zu verstehen? Die großartigen Sachen gehören auf die großen Bühnen der Stadt, und diejenigen Möchtegern-Künstler, die meinen, sie müssten auch mal bisschen Kulturwurst machen, die dürfen sich dann in den Off-Theatern austoben?
Mein lieber Herr Gesangverein!!!
Das Schlimme daran ist, dass die Zuschauerin den Künstlern damit ein Kompliment machen wollte!
Es herrscht also immer noch die Denke, dass man im Off-Theater üblicherweise minderwertige Kunst zu sehen bekommt.
Himmel!!!! Ich kann gar nicht so viele Ausrufezeichen setzen, wie mich das ärgert!
 
Wir haben so tolle Sachen bei uns!
Jetzt am Freitag 10.09. um 20 Uhr (Premiere) und Sonntag 12.09. um 18 Uhr beispielsweise zeigt der Regisseur Gero Vierhuff mit den Darstellern Eva Engelbach und Marcel Weinand, alle drei hervorragende und sehr erfahrene Künstler der Hamburger Freien Szene, INDUSTRIELANDSCHAFT MIT EINZELHÄNDLERN.
Dieses Stück wurde ursprünglich als Fernsehspiel geschrieben und von dem legendären Horst Tappert (Derrick) gespielt, der in der Tat mehr drauf hatte als nur "Harry, hol schon mal den Wagen." Der Autor ist Egon Monk, ein langjähriger Mitarbeiter Bertolt Brechts; Thema ist das Scheitern eines Drogeriebesitzers. Eva Engelbach fügt der Inszenierung ihre unvergleichlichen Akkordeon-Kompositionen hinzu.
Ich habe das Stück bereits in einer internen Endprobenfassung gesehen, weil es wegen des Lockdowns nicht vor Zuschauern gezeigt werden konnte, und die drei haben eine ganz tolle Arbeit hingelegt. Die man so EBEN NICHT an einem beliebigen Stadttheater finden kann. Denn diese drei Künstler haben ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, der so nur in der Freien Szene zu finden ist.
Also kommen Sie und entdecken Sie sie, denn große Kunst ist mitnichten an ein großes Haus gebunden!
 
Und noch eine weitere Empfehlung von mir:
Wenn Sie gerne einen Querschnitt von freien Künstlern aller Sparten sehen möchten, die regelmäßig im Sprechwerk spielen, dann sei Ihnen das COSMIC ENCOUNTERS FESTIVAL am Sa 11.09. ab 15 Uhr ans Herz gelegt.
Die "Cosmic Encounters" sind Silke Rudolph und Sophia Barthelmes, auch sie Urgesteine der Freien Szene. Sie haben dieses Projekt entwickelt, und es zielt darauf ab, durch außergewöhnliche, absurde und skurrile Kunstaktionen auf das Hamburger Sprechwerk aufmerksam zu machen.
Dazu gehört auch die Aktion morgen, am Donnerstag 10.09. nachmittags um 16:30 Uhr, auf dem Stübenplatz in Hamburg Wilhelmsburg, wo sie mit einer Konfettikanone ihr eigenes Geld in die Luft schießen und verschenken werden. Ja, tatsächlich! Was macht das mit uns? Was für Filme gehen einem da durch den Kopf? Das ist Stoff zum Nachdenken.
Finden Sie sowas mal am Stadttheater!
 
Wir haben noch viel mehr faszinierendes Programm bei uns, aber davon mehr im nächsten Newsletter.

Infos zum Stück

von Konstanze Ullmer

Liebe Freunde des Absurden,

AUS DEM INNENLEBEN EINES STAUBSAUGERBEUTELS heißt das Stück, welches das Festival HAUPTSACHE FREI am Mi 01.09. um 19 Uhr bei uns zeigt. Und das ist schon etwas absurd, also nicht nur, weil ich bei dem Titel sofort die Assoziation habe, wie ich diesem Innenleben sehr unfreiwillig begegne, wenn sich Selbiges beim Öffnen des Staubsaugers wegen Verstopfung in einer Wolke über mich ergiesst (kennen Sie auch, oder?), sondern auch, weil die Gruppe, die es aufführt ÄÖÜ heißt.
Antworten Sie bitte mal auf die Frage, welche Künstler Sie sich am 01.09. ansehen werden (gesetzt den Fall, Sie kommen zu uns):
"Äöü, o. Ä."
Bitte?
:D
Und bei der technischen Einrichtung müssen mehrere Staubsauger GESTIMMT werden, wie eine Orgel!
Kommen Sie, wer so lustige Sachen erfindet, der MUSS lustig sein.
Das Stück sei für die ganze Familie, sagt man. Also die Rabauken einpacken, hier gibt's ne Fortbildung im Dreckigmachen.
 
Und das zweite, schön absurde Stück ist HEUTE DADA von und mit Martin Maecker, das bei uns am Fr 03.09.21 um 20 Uhr aufgeführt wird.
Oh, Sie wissen nicht, was Dada ist? Dann bemühe ich mal Wikipedia, wenn ich darf:
"Dadaismus oder auch Dada war eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 begründet wurde und sich durch Ablehnung „konventioneller“ Kunst und Kunstformen und bürgerlicher Ideale auszeichnet. Im Wesentlichen war es eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und übertrieben verwendet."
Und da hab ich doch glatt wieder eine Aufgabe für Sie, die auch der Untertitel des Stücks ist (tut mir leid, ich habe heute einen pädagogischen Anfall):
Lesen Sie bitte einmal den Satz "Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ" rückwärts.
Na? Schick, oder? Von vorne genauso wie von hinten, nur die Aussage ist, nun ja, relativ... sinnlos. Macht aber Spaß. Das ist Dada.

Infos zum Stück

von Konstanze Ullmer

Liebe Lachwurzen,

wissen Sie, was eine Lachwurzen ist? Das ist jemand, der/die nicht an sich halten kann, weil er/sie immer mit dem Lachen herausplatzen muss, auch wenn's grad wirklich nicht passt.
Lachwurzen sind manchmal peinlich. Es gibt echt Momente, da sollte man nicht.... und trotzdem! Geht nicht anders!
 
Sehen Sie, und für solche Menschen machen wir jetzt ein extra Programm, denn wenn am Fr 30.07. um 20 Uhr unsere 1. Sprechwerk-Comedynacht stattfindet, dann dürfen Sie nicht nur, dann SOLLEN sie sogar!
Die Kölner Comedienne Andrea Volk hat uns zu diesem Zweck eine wunderbare Mix-Show zusammen gestellt, sehen Sie selbst!

Infos zum Stück